Das Stadion in der Goethestraße
Zusammengestellt von Bernd-Uwe Heise und Uwe Müller.
Dieser Beitrag wird, wenn weiteres Material auftaucht, ergänzt.
Das Stadion befindet sich auf dem Gelände hinter der damaligen Bürgerschule (heute Orlatalgymnasium) .
Einst war es landwirtschaftlich genutzte Fläche.
Quelle: Stadtarchiv
Hier sollte zur NS-Zeit das folgende Vorzeigeobjekt mit HJ-Heim und Turn- und Festhalle entstehen.
1937 wurde das HJ-Heim (heutige Goetheschule) gebaut. (rechts im Bild) Bildquelle: Ellen Pfeiffer
Aber es kam anders.
Ersparnisgründe führten zum Planen und Bauen zweier Turnhallen für die Wehrertüchtigung, die 1938 gebaut wurden.
Der Lageplan
Quelle: Stadtarchiv, Akte 8521
Die dahinter liegende Fläche diente der HJ als Ausbildungsfläche.
Die Hitlerjugend legte Splittergräben an. (im Zickzack)
Nach dem Kriegsende benutzten die Sowjets das Land als Übungsgelände.
Stadionbau
Es wurde eine Sportanlage für Schüler, die näher an den Schulen ( Goethe-, Lessing-, Dr. Theodor Neubauer und Schillerschule) gelegen ist, gebraucht. Zum Sportunterricht nutzte man früher den Fußballplatz der Spielvereinigung 1914 (heute Reitplatz) und den Sportlatz in der Rodaer Straße (Schlackeplatz), heute teilweise Feuerwehrgelände. Beide entsprachen nicht mehr den gestiegenen Anforderungen.
Quelle: Stadtarchiv, Akte 8521
Nach dem Abzug der Sowjets 1949 begann man mit dem Auffüllen und Planieren des Geländes für ein Stadion.
Es war noch Munition vergraben.
Das Gelände musste mit Erde zur Wimmlerstraße hin aufgeschüttet werden, um den Platz in Waage zu bekommen.
Foto: Heinz Linke
Herr Martin Schweitzer, ehemaliger Sportlehrer der Schillerschule, erinnert sich, dass er als Acht- und Neuntklässler mit Hacke, Schaufel und Schubkarre die Löcher und Trichter der Fläche auffüllen musste. (um 1950 im NAW Einsatz) NAW = Nationales Aufbauwerk, wo freiwillige Stunden geleistetet werden konnten.
Lohn: Eine Urkunde und die Aufbaunadel in Bronze, Silber und Gold. Je nach Anzahl der Stunden.
Foto: Heinz Linke
Durchzuführende Arbeiten
Quelle: Stadtarchiv, Akte 9035
Material für 400 m Bahn
Quelle: Stadtarchiv, Akte 8521
Dieser Aufruf diente der Finanzierung
Quelle: Heinz Linke
Die Spendenkarte wurde durch den FDGB und der FDJ in den Betrieben und bei Veranstaltungen verkauft.
Ein Großteil des Stadions wurde von Lotteriegeldern finanziert.
Baufortschritt
Im Schreiben der Grundstücksverwaltung vom 26.Juni 1951 an die Finanzabteilung heißt es:
"Obiger Sportplatz wurde in den Jahren 1948/1950 in freiwilliger Arbeit soweit erstellt, dass im vergangenen Jahre die Grassaat in die Spielfläche eingebracht werden konnte. Die Aschenbahn wurde ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit errichtet und bis 1,5 m Breite aufgeschachtet, die Tribünen auf der Ostseite aufgeworfen, sowie die Entwässerungsgräben gezogen. In dem genannten Zeitraum wurden ca. 2.880 m3 Erde bewegt und ca.16.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet."
Der Platz gehörte der BSG Einheit.
Einweihung
.
1952 konnte der Platz mit einem Fußballspiel eingeweiht werden.
Es spielte Motor Neustadt I gegen Alemania Dortmund
Spielergebnis: 0:3
Quelle: Ullrich Heckel
Im Dezember 1957 wurde Schotter für die 400 m Bahn bestellt.
Mit der Anlieferung im Januar 1958 konnte die Erneuerung dieser Bahn beginnen.
(Deckschicht aus Ziegelmehl)
Ab 1960 fand der Schulsport im Stadion statt.
Namensgebung
1968 erhielt das Stadion den Namen Wilhelm Pieck.
Wilhelm Pieck war seit der Gründung der DDR der 1. Präsident .
Quelle: Brigadebuch Volltuchwerke Chrimmitschau
Aktivitäten im Stadion:
Betriebssportfeste
Schulsportfeste
Spartakiaden Fotos von der Spartakiade 1972, 1986/87 und
der Bummispartakiade 1986
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Bildquellen: Kreissportbund und
Chronik der Südschule
Kreismeisterschaften
Deutsche Meiterschaften
Badfestspiele
Im Stadion fanden ab 1991 die beliebten Badfestspiele nach dem Schließen des Freibades statt. Der erste Ausrichter war das Duhlendorfer Männerbalett.
2003 gab es hier die letzten närrischen Badefestspiele.
2010 wurde die 400m Bahn erneuert und 2011 fertiggestellt.
Foto: Walter Rudolph
Weitere Neustädter Sportplätze :
Gemania Sportplatz in der Ludwig- Jahn-Straße (jetzt Gärten )
Bildquelle: Walter Rudolph
Juni 1927 bis ca. 1946
Die Einweihung dieses Platzes erfolgte am 18. und 19. Juni 1927. An diesen Tagen wurde auch das 40jährige Bestehen des Vereins gefeiert.
Ludwig-Jahn-Straße („Germania“): 1927[1] bis um 1946 genutzt
[1] Neustädter Kreisbote, 21.06.1927,
Festschrift von 1927
Fußballplatz der "Spielvereinigung 1914" (jetzt Reitplatz am Quendelweg)
Bildquelle: Walter Hofmann
1912 bis etwa 50 er Jahre
Börthener Weg (Spielvereinigung): 1912[1] bis 1950er (im 1. Weltkrieg Anbau von Kartoffeln und Gemüse, nach 2. Weltkrieg umgeackert[2], diente als Parkplatz für Besatzer
Anfang 1950er von der Stadt als Sportplatz gepachtet aber wohl nicht genutzt[3])
[1] Stadtarchiv, Akte 8888
[2] Neustädter Kreisbote, 19.12.1929 (Verband mitteldeutscher Ballspiel-Vereine)
[3] Akte 8530
Sportplatz, mit Schlackeoberfläche, in der Rodaer Straße (jetzt Feuerwehrgelände)
Bildquelle: Walter Rudolph
August 1931 bis ca. 1970
Rodaer Straße (Turnverein 1859): 30.8.1931[1] bis mind. 1964[2] , wahrscheinlich bis 1970
[1] Neustädter Kreisbote, 29.08./31.08.1931
[2] Akte 8530
Fußballplatz auf dem Schützenplatz
Bildquelle: Walter Hofmann
1908 bis ca. 1930
Schützenplatz: 1908[1] bis mind. 1927[2] , wahrscheinlich bis 1930
[1] Gemeinderat beschließt, dem Fußballklub den Schützenplatz für Übungsstunden unentgeltlich zu überlassen, Neustädter Kreisbote, 02.05.1908
[2] Neustädter Kreisbote, 19.12.1929 (Freie Turn- und Sportvereinigung)
Hier der Plan für die Gaufestspiele 1925 (Schützenplatz)
Quelle: Gauturnen 1925
Sportplatz "Brille" (oberhalb von Döhlen) - Sportfest im Juni 1932
Bildquelle: Walter Hofmann
01.09.1930 bis 2006
Brille (Freie Turn- und Sportvereinigung, SS[1], Spezialzuchtgemeinschaft Deutsche Schäferhunde, BSG Pferdesport, Kinderferienlager[2]): 01.09.1930[3] - mind. 1950er[4]
1946 hat die BSG Motor Neustadt kuzzeitig den Platz übernommen
In den 80ger Jahren nutzte den Platz FSV Stadt/Schulen
bis Nutzungsende 2006
[1] Akte 7951
[2] Akte 8530
[3] Fotosammlung Näder
[4] Akte 8530
Sportplatz "Rote Erde" (in der Karl-Liebknecht-Straße)
Quelle: SV „Blau-Weiß ´90“ e.V
ab 04. Juni 1972
Sportplatz am Centbaumweg (zur ehemalig dortigen Schule gehörend)
Bildquelle: Schulchronik der Südschule
1977 bis 2009
Am Wasserbehälter befand sich in Arnshaugk noch ein kleiner Bolzplatz,
der Ende der 50er Jahre im NAW (Nationales Aufbauwerk) neu gestaltet wurde.
Ansicht im Jahr 2015
Bildquelle: Heise
Er bestand aus zwei Plätzen. Im Bildvordergrund befand sich ein Federballplatz und abgesetzt dahinter, in Richtung Schleizer Straße, ein kleiner Fußballplatz mit Holztoren. Dieser Platz wurde von Betriessportgruppen mit genutzt .
Die Kinder und Jugendlichen von Arnshaugk und vom Centbaumweg benutzten den Platz ebenfalls rege.
Er bestand in dieser Form bis etwa Ende der 60er Jahre.
Zwischenzeitlich wurde der Platz kaum genutzt.
Nach der Wende wurde der Platz zum Spielplatz umgebaut. Die Spieleräte wurden auch gern zur Abwechslung im Sportunterricht von der Schule am Centbaumweg mit einbezogen. (auch als Laufstrecke)
Wir bedanken uns für die Unterstützung von Daniel Pfletscher (Stadtarchiv), Martin Schweitzer, Ullrich Heckel, Lutz Hommel, Manfred Lange, Dr. Liebert, Gerhard Töpel, Heinz Linke und Erhard Wachtelborn, der uns den Anstoß zu dieser Zusammenstellung gab.