Bild Kupferstich Neustadt Orla

138 Brauerei und Braugewerbe

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Die Brauereien der Stadt und Umgebung

Zusammengestellt von Bernd-Uwe Heise

 

  1.      Augustiner Kloster – Brauerei  um 1524

 

  1.       Bärenbräu

1540 gegründet

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1540 - 1877 Städtische Braucommune

1877 - 1891 Braugenossenschaft Neustadt an der Orla

360 brenbrauerei 1931.jpg - 105.39 KB1931

 

370  brenbru.jpg - 91.39 KBFotosammlung Heinz Spandel

 

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1891 - 1936 Actienbierbrauerei Neustadt an der Orla

1936 - 1948 Neustädter Bärenbräu

1948 - 1954 Bären Brauerei Neustadt Alex Küntzel

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Die Brauerei brannte 1954 ab.

 

9:54 Minuten

 

 

  1.       Brauerei Gustav Hässner          Neustadt Moderwitz

1876  gegründet

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1876 - 1890 Brauerei Gustav Hässner

1890 - 1902 Brauerei Gustav Hässner Wwe

1902 - 1906 Weißbierbrauerei Albin Enk

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1906 - 1914 Thüringer Export - Bierbrauerei AG Neustadt an der Orla

 

 

 

 

  1.      Thüringer Export - Bierbrauerei Neustadt an der Orla 

 

1884 gegründet (1887 Produktionsbeginn)

bis 1895 Exportierbrauerei Carl Böttcher

Johann Carl Boettcher gründete 1884 ein Konsortium zum Bau der Thüringer Exportbierbrauerei Carl  Böttcher, die 1887 die Produktion aufnahm. Dazu entstanden ein Brunnen mit einer Tiefe von 60 m  und eine eigene Mälzerei. 1895 wurde der Familienbetrieb in eine Aktien-Gesellschaft umgewandelt und nannte sich bis 1954 Thüringer Export - Bierbrauerei A. G. Neustadt an der Orla.

 

1895 - 1954 Thüringer Export - Bierbrauerei AG Neustadt an der Orla


Das Unternehmen (gemeint die Thüringer Exportbierbrauerei) konnte  ab 1906 durch die Angliederung einer Reihe auswärtiger Brauereien und durch die Beteiligung an solchen auf eine immer breitere Grundlage gestellt und in seiner Leistungsfähigkeit gestärkt werden. So wurde 1906 die Dampfbrauerei A. Limpert in Triptis käuflich erworben und bis zum Jahre 1915 als selbständiges Unternehmen weitergeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie dann stillgelegt und ihr Kontingent auf die Thüringer Export-Bierbrauerei übertragen. Die im Jahre 1906 angekaufte Weißbierbrauerei Albin Enk in Modewitz blieb ebenfalls bis 1914 als solche im Betrieb.

 
Quelle:
Sonderdruck aus dem Werke;
„Industrielle Welt“
Deutsche Industrie-Unternehmungen in Wort und Bild
Münchener Kunst-Verlag München, um 1930
Abschnitt: Thüringer Export-Bierbrauerei A.G.
Neustadt a. Orla
 
 
Eine Bestätigung hierfür ist noch unter dieser Adresse (Link) zu finden.
 

 

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Goldmedaillen für Qualitätsbier

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 Die Thüringer Export-Bierbrauerei A.G. erzielte sechs hohe Auszeichnungen, darunter zweimal die Große Goldene Medaille (Chikago und Gent) – ein Ergebnis der ausgezeichneten Qualität der gebrauten Biere. Eine besondere Marke war viele Jahre „Klaußner`s Spezialbier“. Es wurde nach 1918 für die Biergärten von Klaußner in Berlin geliefert.

1938 wurde das 50-jährige Betriebsjubiläum gefeiert

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1954 - 1972 Thüringer Export - Bierbrauerei,  Wilhelm Kluge KG

 

Export-Bier-Brauerei bei YouTube

8:54 Minuten

 

1972 - 1974 VEB Brauerei Neustadt/Orla

1974 - 1990 VEB Rosenbrauerei Pößneck, Betriebsteil Neustadt im VEB Getränkekombinat Gera

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1990 Rosenbrauerei Pößneck GmbH, BT Neustadt

1990 - 1991 Thüringer Bierbrauerei Neustadt/Orla

1938 wurde das 50-jährige Betriebsjubiläum gefeiert. 1954 erfolgte die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft (Wilhelm Kluge KG),1972 in Volkseigentum. Der Neubeginn als eigenständiges Unternehmen scheiterte 1990; 1991 wurde der Betrieb eingestellt, und 1999 abgerissen. Auf dem ehemaligen Platz steht heute ein LIDL- Markt. 

 

Aus dem Kreisboten 4/97

Jetzt gibt es wieder Klaußner Bier

Zumindest für die Zeit des Duhlendorfer Karnevals gibt es in diesem Jahr wieder das einst beliebte und bekannte Klaußner Bier.

Das „Klaußner - Spezialbier" -unter diesem Namen wurde es seit der Zeit nach dem I. Weltkrieg durch die Thüringer Export - Bierbrauerei Neustadt an der Orla hergestellt - war eine der 10 Biersorten, die in diesem Betrieb gebraut wurden. Dank des hervorragenden Wassers aus dem Tiefbrunnen seiner Brauerei konnte Paul Böttcher Biere herausbringen, die weltweit bekannt wurden und die zwischen 1889 und 1894 auf Weltausstellungen in Genf, Brüssel und Chicago Goldmedaillen erzielten.

Wenigen ist jedoch noch bekannt, wie das Bier zu seinem Namen kam. In Berlin bestand seit 1875 ein gern durch Prominente aus der Theater- und Filmbranche besuchtes Bierlokal, dessen Besitzer Johann Michael Klaußner hieß. Bis 1918 wurde dort Pilsner Urquell ausgeschenkt. Der Bezug kam jedoch durch die Nachkriegswirren ins Stocken, so dass der damalige Inhaber Paul Klaußner erste Beziehungen zur Thüringer Export-Bierbrauerei knüpfte. Paul Böttcher in Neustadt brachte nach Versuchen mit Herrn Klaußner, der selbst ein gelernter Bierbrauer war, das „Klaußner- Spezialbier" heraus. Es konnte sich sogleich erfolgreich neben dem Pilsner Urquell behaupten und seitdem zum begehrten Trunk im Berliner „Klaußner" werden. Als nach ihrem Flug über den Nordatlantik vom 4. bis 6. Juni 1927 von New York nach Helfta bei Eisleben die kühnen Piloten Chamberlin und Levire in Berlin mit großem Jubel empfangen wurden, erhielten sie von Paul Klaußner ein Neustädter „Klaußner- Spezial" als Willkommenstrunk gereicht. Die beiden Helden äußerten daraufhin, dass ihnen dieser köstliche Trunk besser bekommen wäre, als alle Ovationen. Das Ereignis trug entscheidend dazu bei, dass der Weltruf des „Klaußner - Spezial" gefestigt wurde.

Das Bier wurde außerdem in 25 brauereieigene Hotels und Gaststätten in Thüringen und Sachsen geliefert. Wenn auch das jetzt auf dem Markt gekommene „Klaußner" in der Herstellung nicht mehr als ein Original - Neustädter Produkt anzusehen ist, sondern von der Rosenbrauerei Pößneck produziert wird, so erinnert der Name doch noch einmal an die alte Neustädter Tradition des Bierbrauens, die rund 700 Jahre lang bestanden hatte.

Günter  Helmrich

 

Vom Recht des Bierbrauens unserer Vorfahren

 

Aus : Geschichte von Molbitz und Umgebung 1965    von Herbert Pfannenschmidt

Im Mittelalter war der Bierkonsum viel höher als heute. Es war das tägliche Getränk  - allerdings alkoholarm.

Aus :  Verfassung und Verwaltung der Stadt Neustadt an der Orla 1639

„ Im Verhältnis zu der Zahl der Pflichten des einzelnen Bürgers war in seiner Rechte gering.“

„Ein höchst wertvolles Recht, das des Bierbrauens und –schenkens genoß dagegen nur eine bestimmte Klasse von Bürgern, die dadurch eine Sonderstellung von den übrigen einnahmen. Bier brauen und schenken durften nur diejenigen, welche  innerhalb der Mauer ein Haus hatten und es eigener Person bewohnten, dazu Mieter der Häuser, die dem Rate und dem Gemeinde Kasten gehörten; den anderen Mietern aber auch den Vorstädtern war es untersagt.“

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Bis zur Errichtung des städtischen Brauhauses am Anfang der 1540er Jahre wurde in den Bürgerhäusern selbst gebraut. Jeder Bürger musste sein Bier in seinem eigenen Hause verschenken.

Mälzen, Brauen und Schenken war ein städtisches Monopol und den Bauern verboten.

 

Die Stadt half sich selbst gegen Konkurrenz in der Weise, dass sie bei den Bauern, von denen sie wusste, dass sie gebraut hatten, das Bier durch die Abteilung bewaffneter Bürger beschlagnahmen und wegführen ließ, wie es z.B.

 

1478 / 79 in Lausnitz,

1532 / 33 in Zwackau, Schmieritz, Steinbrücken und Kleina geschah.

 

Eine Erleichterung gab es 1524 durch eine Entscheidung des Herzog Johann.

Danach gewährten die Städte Neustadt, Triptis und Auma den Dörfern Lausnitz, Oberoppurg, Dreba, Linda, Steinbrücken, Schmieritz, Mittelpöllnitz, Braunsdorf, Mutscha, Krölpa, Chursdorf, Moßbach und Köthnitz folgende Vergünstigung:

Ein Bauer, der mit einem ganzen Pflug fronte, durfte 6 Scheffel , ( Scheffel )

einer, der mit einem halben fronte, 3 Scheffel und ein „Hintersiedler“ 2 Scheffel von seiner selbstgebrauten Gerste järlich mälzen und brauen. Das daraus gewonnene Bier sollte aber nur im Haushalt verbraucht werden. –nicht verschenkt und nicht verkauft werden.

 

Ab 1537 wurden weitere Dörfer in den Vertrag aufgenommen.

Darunter:

Molbitz,  Dreitzsch,  Kopitsch,  Miesitz,  Traun,  Weltwitz,  Moderwitz,  Burgwitz,  Kospoda,  Quaschwitz,  Daumitsch,  Solkwitz,  Rehmen,  Neunhofen,  Börthen,  Lichtenau,  Breitenhain,  Strößwitz,  Pillingsdorf,  Hungersdorf (d.i. Rosendorf) und Alsmannsdorf.

Dieser Vertrag erfuhr dabei noch eine kleine Erweiterung durch den Zusatz, daß " jedem Einwohner eines der beliebigen Dörfer künftig hin gestattet sein sollte, zu seiner eigenen oder seiner Angehörigen Hochzeit 4 Scheffel selbstgebrautern Gerste, doch nicht mehr, zu mälzen und zu brauen, dagegen durfte er, bei 10 Gulden Strafe ins Amt  Arnshaugk, nichts verkaufen."

 

1555 wurde wieder einmal ein Faß Bier in Schmieritz geholt, im Ganzen aber herrschte seitdem Friede.

 

Biersteuer 1910 (Link)    

Quelle:   Wichtigere Ortsstatute und polizeiliche Bekanntmachungen für die Stadt Neustadt  (Orla)

I.    K.   G.    Wagner´sche Buchdruckerei 1894  (Eigentum von Gerhard Töpel)

Einschließlich Aktualisierungen bis 1910

 

 

Für die Zuarbeit  bedanken wir uns bei Herrn Hartmut Boettcher .

 

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